The Basis for a Song

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© Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Foto: Markus Wörgötter

Wendelien van Oldenborgh

The Basis for a Song, 2005

Installation, Lichtbildprojektion 149 Diapositive, 35mm, Farbe, angefertigt von Videostills, 3 Kodak-Karussell Ekta Pro 5000 Diaprojektoren, Ton, Niederländisch mit englischen Untertiteln, Bildformat 4:3, 24 min, Loop Projektionsgröße: ca. 300 x 225 cm Mitwirkende: Milford Kendall, Romeo Gambier Auflage 1/2 + 1 A.P.

GF0031168.00.0-2010

Werktext

Die Film-, Video- und Diainstallationen von Wendelien van Oldenborgh sind das Ergebnis kooperativer und partizipativer Arbeitsprozesse. Gemeinsam mit Gruppen oder einzelnen Personen, die ihr Wissen und ihre persönlichen Erfahrungen einbringen, entwickelt sie Drehbücher zu aktuellen gesellschaftlichen und politischen Themen. Zugleich werden die Teilnehmer:innen zu Akteur:innen der Filme, Videos und Diaerzählungen, die meist an einem historisch oder politisch aufgeladenen Drehort spielen. The Basis for a Song wurde in den Waterfront Studios in Rotterdam gedreht. Der Ort steht mit der Hausbesetzerbewegung der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre in Rotterdam in Verbindung. Im Kontext der Punkbewegung und wegen akuten Wohnungsmangels wurden ungenutzte oder verfallende Gebäude besetzt und für den eigenen Bedarf hergerichtet, oft toleriert von der damaligen Stadtregierung, um offene politische Konflikte zu vermeiden. In The Basis for a Song arbeiten zwei Rapper aus der jungen Hip-Hop-Szene, Milford Kendall aka Scep und Romeo K. Gambier aka Mixmaster Fader, an einem Song über die Rotterdamer Hausbesetzer:innen der 1970er-Jahre. Sie schlagen einen Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart, in der ökonomische Motive und Stadterneuerungsprojekte darüber entscheiden, wer in der Stadt willkommen ist und wer nicht. Waren es zunächst anarchistische Bewegungen, die sich einen Platz in der Stadt suchten, so sind es seit den 1980er-Jahren im multinationalen Rotterdam vor allem Menschen mit Migrationsbiografien, die versuchen, sich in einem Raum zurechtzufinden, der einkommensstarke Gruppen bevorzugt. (Jürgen Tabor)