Beobachtung der Beobachtung: Unbestimmtheit

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© Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Foto: Werner Kaligofsky

Peter Weibel

Beobachtung der Beobachtung: Unbestimmtheit, 1973

Closed Circuit Videoinstallation 3 Videokameras auf 3 Stativen, 3 Videomonitore auf 3 Metallgestellen, Bodenmarkierung aus schwarzem Klebeband Gesamtdimensionen variabel, ca. Ø 400 cm

GF0002123.00.0-2000

Werktext

Peter Weibel gilt als einer der einflussreichsten Protagonisten der Medienkunst. Seine Installation aus dem Jahr 1973 ist ein experimentelles Setting, das unsere Wahrnehmung auf den Kopf stellt. Sie besteht aus einem mystisch anmutenden Hexagramm, das von Überwachungskameras und Monitoren umgeben ist. Wie wir uns auch drehen und wenden, wir sehen auf diesen Bildschirmen nie unser Gesicht, sondern immer unseren Rücken – ein Blick, der normalerweise unmöglich ist. Vom Selfie bis zur Videokonferenz sind wir es gewohnt, unser Gesicht im medialen Spiegel zu sehen. Hier aber sehen wir uns als Suchende. Wir sind Subjekt und Objekt zugleich – Beobachter und Beobachtete, geprägt von der Perspektive, die uns unser Körper vorgibt. Weibels Installation setzt das technologisch um, was der Surrealist René Magritte 1937 in seinem Gemälde La reproduction interdite [Vervielfältigung verboten] malerisch visualisierte: einen Spiegel, der das Gegenüber von hinten statt von vorne zeigt, der das Gesicht verbirgt und den damit verbundenen Verlust der Identitätsbildung spürbar macht. (Jürgen Tabor)

Leihgeschichte
2005 München, DE, Haus der Kunst 2005 Rotterdam, NL, TENT. Platform voor hedendaagse kunst 2005 Zagreb, CRO, Galerija Klovicevi Dvori 2004 Graz, AT, Neue Galerie am Landesmuseum Joanneum 2001 Karlsruhe, DE, Zentrum für Kunst und Medien (ZKM)