Martha Rosler

Biografie

Martha Rosler, geboren in New York, wo sie lebt, studierte bis 1965 am Brooklyn College der City University in New York und erhielt 1974 den Master of Fine Arts an der University of California in San Diego. Lehrtätigkeit an der Rutgers University, New Brunswick/New Jersey (seit 1980), an der Städelschule, Frankfurt a.M., an der Columbia University und dem Whitney Museum of American Art in New York. Roslers Arbeiten wurden u. a. an der Documenta 7 und 12 in Kassel, 1982 und den Whitney Biennalen 1987 und 1989 in New York gezeigt. In ihrem Projekt "If You Lived Here...", 1989 in der Dia Art Foundation, New York, bindet Rosler u. a. KünstlerInnen, Film- und Videoproduzenten sowie ArchitektInnen, Aktivisten, StraßenkünstlerInnen und Obdachlose ein und verstärkt dadurch kommunikative und aktivistische Elemente. 1999 organisierte die Generali Foundation (gemeinsam mit Ikon Gallery Birmingham, England) die erste umfassende Retrospektive der Künstlerin, die in Europa und den USA zu sehen war. Martha Rosler wurde 2005 mit dem internationalen Preis für Fotografie der Stiftung Niedersachsen, Hannover ausgezeichnet. 2006 erhielt sie den Oskar-Kokoschka-Preis.

Erweiterte Biografie

In ihren Performances, Videos, Textarbeiten, Fotografien und Installationen konfrontiert uns Rosler mit politischen Themen, die das alltägliche, häusliche und urbane Leben sowie die Rolle der Medien aus feministischer Perspektive in kritischer, durchwegs aber humorvoller Weise analysieren. In der Serie "Beauty Knows No Pain", oder "Body Beautiful" (1965-74) erzeugte sie durch Kollagetechniken Brüche in der Präsentation der Frau. Diese Technik wendete sie kontinuierlich, so auch in ihrer bekannten Serie von Fotomontagen "Bringing the War Home: House Beautiful" bzw. "Bringing the War Home: In Vietnam" (1967-72), an. Hier, wie auch in der Installation "B-52 in Babys Tears" (1974), hinterfragte Rosler die Rolle der Massenmedien im Krieg. Mitte der 1970er Jahre begann sie in sog. "Wordworks" (Textarbeiten) Nahrung als zentralen Faktor in sozialer und wirtschaftspolitischer Hinsicht aufzuzeigen. Nahrung und die Konstruktion weiblicher Rollen behandelte Rosler u. a. auch in dem Performancevideo "Semiotics of the Kitchen" (1975). Ein weiterer wesentlicher Aspekt im Werk von Martha Rosler ist die kritische Auseinandersetzung mit den sozialen Implikationen urbaner Strukturen. Ihre Foto-Text Installation "The Bowery in two inadequate descriptive systems" (1974-75) gilt als eine der wichtigsten Reflexionen über die Rolle und den Repräsentationscharakter von Dokumentarfotografie. (Monika Vykoukal)