Florian Pumhösl

Biografie

Florian Pumhösl wurde 1971 in Wien, Österreich, geboren, wo er 1989-91 ein Kolleg für Grafik auf der Höheren Grafischen Bundes-, Lehr- und Versuchsanstalt absolvierte und 1989-96 freie Grafik an der Universität für Angewandte Kunst studierte. 2000 wurde ihm der Otto-Mauer Preis verliehen. 2002 wurde er mit dem CENTRAL Preis des Kölner Kunstvereins, 2006 mit dem Preis der Stadt Wien für bildende Kunst ausgezeichnet. Teilnahmen an der Bienal de São Paulo, 2006 und 2007 an der Documenta 12 in Kassel. Er lebt in Wien.

Erweiterte Biografie

Pumhösl entwickelt seine Arbeiten aus theoretischen Überlegungen zu Architektur, Design und dem Menschen als sozialem Wesen. Er befasst sich mit den Einflüssen von Industrie und moderner Architektur auf urbane Systeme sowie der Beziehung von Architektur und Macht. Zwischen 1991 und 1993 entwickelte er eine Reihe von Projekten u. a. mit Dorit Margreiter und Mathias Poledna, darunter "Material, Texte, Interviews" (1991), eine Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen von Ausstellungen junger Kunst, sowie die Installation "Impact" (1993) für die Ausstellung "Kontext Kunst", Graz. In seiner ersten Einzelausstellung, "Bürgerforum" (1993) im Forum Stadtpark, Graz, behandelte Pumhösl das Verhältnis zwischen direkter Demokratie und Architektur am Beispiel des Fensterrechts von Friedensreich Hundertwasser. In der Ausstellung "on or off earth" im Grazer Kunstverein (1996) arbeitete er erstmals mit rekonstruierten Objekten und konkreten Zeitbezügen. Der hier angedachte Referenzrahmen zwischen Modernismuskritik, Design, Architektur und deren Projektion in ökonomisch benachteiligte Regionen setzte sich im Projekt und der Publikation "Covering the Room" (1998) mit einer Analyse des ästhetischen Vokabulars thematischer Ausstellungen fort. In der Installation "Humanistische und ökologische Republik" in der Wiener Secession (2000) führte Pumhösl das Formenarsenal modernistischer Architektur zu seinen idealtypischen Repräsentationsformen zurück. Die folgende Reihe dokumentarischer Videoinstallationen wie "Lac Mantasoa / Madagascar" (2000), und "Design for a Space with More than One Video Projection", Kampala, Uganda (2000), behandelt Modernisierungsvorhaben in afrikanischen Staaten. Eng verbunden mit seiner Ausstellungstätigkeit ist Pumhösls publizistisches Projekt "montage" (ab 1997), konzipiert als Kooperationsplattform mit KünstlerInnen und AutorInnen. (Monika Vykoukal)