Richard Kriesche

Biografie

Richard Kriesche, geboren 1940 in Wien, schloss 1963 sein Studium der Kunstgeschichte und 1964 das der Grafik und Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Wien ab. An der Höheren Technischen Bundeslehranstalt Graz, wo er seit 1963 unterrichtete, gründete er 1973 die Abteilung audiovisuelle Medien. Auf die Gründung des Kunstvereins "pool" (1968-76), für den Richard Kriesche zusammen mit Horst Gerhard Haberl und Karl Neubacher die Kunstzeitschrift "pfirsich" herausgab, folgte 1973 die der Mediengalerie "poolerie". Richard Kriesche ist auch als Theoretiker und in kulturpolitischen Funktionen tätig. Kriesche hat an zahlreichen internationalen Festivals teilgenommen, so an der Documenta 6 und 8 in Kassel, an der Ars Electronica, Linz, 1989 und 1994, sowie an der 34., 42, und 46. Biennale di Venezia. In seinem Beitrag zur Biennale die Venezia 1995 setzt er seine medienkritische Arbeit anhand des Internet mit "Telematic Sculpture 4" fort, einer von Usern gesteuerten kinetischen Arbeit, für die er als erster österreichischer Künstler den Preis der Biennale erhielt. 2007 wurde ihm das österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft verliehen. Er lebt in Graz.

Erweiterte Biografie

Kriesche zählt zu den Pionieren der Videokunst in Österreich, wobei sein Schwerpunkt auf der Analyse von Technologien immanenten gesellschaftlichen Machtstrukturen liegt. Kriesche setzt sich mit dem sozialen Kontext von Medien auf kritische Weise auseinander. In seinen Videodemonstrationen, wie "Peeling Off", der Dokumentation seiner Performance "Kunst ist Erstellen von Kunst" (1972), und "Malerei deckt zu Kunst deckt auf" (1977) führte er technische Merkmale des Mediums vor. In "Blackout" (1974), einer Aktion während einer Fernsehdiskussion, versuchte er, durch ein Close-Up der Kamera auf seine schwarze Augenbinde, die Macht des Mediums aufzuzeigen. Seine Kritik am Massenmedium Fernsehen drückt sich auch in Aktionen wie "TV-Tod" (1974/1975/2000) aus, indem er Realität und Medienwirklichkeit einander gegenüberstellt. In den Arbeiten "14 min im Leben von …", (1977) und "Videotherapie" (1979) wird die soziale Komponente seiner Medienarbeiten besonders deutlich. (Monika Vykoukal)