Franz West

Biografie

Franz West wurde 1947 in Wien, Österreich, geboren. Er studierte von 1977 bis 1982 an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei Bruno Gironcoli. West erhielt zahlreiche Preise, u. a. 1993 den Skulpturenpreis der Generali Foundation sowie 1998 den Wolfgang-Hahn-Preis am Museum Ludwig in Köln. Er verstarb am 25. Juli 2012.

Erweiterte Biografie

Mitte der 1979er Jahre entwickelte West seine "Passstücke" - aus Polyester in Verbindung mit Alltagsgegenständen und Draht, Papiermaché und Gipsbandagen geformte Objekte, mit denen aktiv eine körperliche Verbindung eingegangen werden soll. Franz West pflegte enge Kontakte zu Literaten und Musikern, die gemeinsam mit der Psychoanalyse sowie der Philosophie Wittgensteins für ihn prägend waren. Seine ersten Ausstellungen fanden in der Galerie nächst St. Stephan statt. Gegen Ende der 1980er Jahre hat West sein Prinzip der archetypischen Skulptur zu Möbel-Skulpturen erweitert. 1987 zeigte er bei den "Skulptur. Projekte Münster" seine Sitzskulptur "Eo Ipso". Im Kunsthistorischen Museum in Wien stellte er 1989 aus Altmetall angefertigte Liegen und Stühle vor ausgewählte Gemälde und Skulpturen. 1993 zeigte er im österreichischen Pavillon auf der Biennale di Venezia neben "Passstücken" die mehrteilige Skulptur "Revision". West verwendete auch afrikanische Stoffe als Überwurf für seine Sitzskulpturen, die "erst durch Aufsitzen zu Kunst werden". Legendär wurden seine Eisenbänke mit orientalischen Teppichen für das Freiluftkino auf der Documenta IX. Auch für die Documenta X 1997 in Kassel "bestuhlte" West den Veranstaltungssaal. West inszeniert seine Arbeiten gerne im Kontext einer Vielfalt künstlerischen Angebots gemeinsam mit Künstlerfreunden. So organisierte er 1993 anlässlich seiner Preisverleihung ein "Divertissement" mit einer Installation aus Sitz- und Tischmöbeln, Live-Musik und Lesungen. Gemeinsam mit Heimo Zobernig (Tische), Peter Kogler (Stoffdesign) und Marcus Geiger (Farbauswahl) gestaltete er 1996 die Einrichtung des Lokals im ehemaligen Hutgeschäft Habig, hinter dem die Ausstellungshalle der Generali Foundation liegt. Einen Teil der in der Sammlung vereinten frühen "Passstücke" und Fotomontagen hat West zu mehreren Installationen arrangiert. (Sabine Breitwieser/Doris Leutgeb)