Mathias Poledna

Biografie

Mathias Poledna wurde 1965 in Wien geboren, wo er an der Hochschule für angewandte Kunst sowie der Universität Wien studierte. Seit 2000 lebt und arbeitet er in Los Angeles. 2007 Teilnahme an der Documenta 12 in Kassel.

Erweiterte Biografie

Poledna gehört jener Generation von KünstlerInnen an, die zu Beginn der 1990er Jahre im Rückgriff auf die institutionskritische Kunst der 1960er/1970er Jahre und konzeptuelle Praktiken wie Recherche, Analyse und Dokumentation die Infragestellung der Bedingungen und die Re-Politisierung von Kunst vorantrieb. Im Rekurs auf das kollektive Bildgedächtnis der Massenmedien thematisiert Poledna wiederholt die Visualisierung historischer Konstellationen in politischen wie populärkulturellen Kontexten. So reflektierte er in Scan (1996) anhand einer Sammlung von Punk-Ephemera im Archiv des Victoria & Albert Museums in London einen Moment der Historisierung von Populärkultur. Im Rahmen der von ihm kuratierten Ausstellung The making of in der Generali Foundation realisierte er die Videoinstallation Fondazione (1998), in deren Zentrum die Fondazione Feltrinelli in Mailand steht – ein von dem in der militanten Linken aktiven Verleger Giangiacomo Feltrinelli gegründetes Archiv, das eine der bedeutendsten Sammlungen zur Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung beherbergt. Polednas jüngste in Los Angeles realisierten Arbeiten setzen sich speziell mit Fragen der Re-Inszenierung von Geschichte auseinander. Actualité (2001-02) ist das erste einer Reihe filmischer Projekte, die sich, ausgehend von einer musikalischen Performance, mit Nostalgie und Erinnerung als Angelpunkten der spätkapitalistischen und technologischen Gegenwart beschäftigen. An die Stelle von Archivmaterial treten in Actualité SchauspielerInnen/MusikerInnen, die in einer stark verdichteten Szene als fiktive, am britischen Post-Punk der späten 1970er Jahre angelehnte Band zu sehen sind. Der im Rahmen einer Einzelausstellung im Museum Moderner Kunst in Wien produzierte Film Western Recording (2003) entwickelt diese Auseinandersetzung weiter. Ausgehend von der Einspielung der Gesangsspur eines Songs aus den ausgehenden 1960er Jahren in einem Aufnahmestudio, entwirft er ein komplexes Panorama historischer und räumlicher Bezüge. (Luisa Ziaja/Mathias Poledna)

Künstlerbücher

  • Mathias Poledna. Version. Hg. Daniel Bucholz, Christopher Müller für Galerie Daniel Buchholz, Köln/Berlin. Text von Rebentisch, Juliane. Berlin: Distanz Verlag, 2010.
    KM Poledna Mathias 09 RARA -