Mary Kelly

Biografie

Mary Kelly wurde 1941 in Fort Dodge in Iowa, USA, geboren, setzte nach einer ersten Ausbildung in den USA ihre Studien in Florenz fort, gefolgt von der St. Martin‘s School of Art in London. 1987 übersiedete sie nach New York City, wo sie bis 1996 für das Whitney Museum’s Independent Study Program unterrichtete. Teilnahme an der Documenta 12 in Kassel. Derzeit ist Kelly Professorin für Kunst und kritische Theorie am Art Department der University of California in Los Angeles.

Erweiterte Biografie

In zwei frühen Projekten, dem Film "Nightcleaners" (1975) und der Ausstellung "Women and Work" (1973-75; mit Margaret Harrison und Kay Hunt), beschäftigte sich Kelly mit der Dokumentiation der Arbeitsbedingungen von Frauen und den Veränderungen der Arbeitsprozesse während der Einführung des „Equal Pay Act“ [Gesetz für gleiche Entlohnung]. Das 1973 begonnene sechsjährige Projekt "Post-Partum Dokument" (1973-78) thematisiert die Sozialisation und die Inter-Subjektivität in den ersten Lebensjahren. Beeinflusst von der Psychoanalyse Lacans sprechen die sieben einzelnen Sektionen erstmals in der Kunstgeschichte die Mutter-Kind-Beziehung aus einer feministischen Sicht an. Seit seiner skandalumwitterten Erstpräsentation in den 1970er Jahren wurde "Post-Partum Dokument" oftmals ausgestellt und gelangte in Sammlungen in den USA, Kanada, Australien, der Schweiz, Großbritannien und schließlich auch nach Österreich. 1998 fand die erste Gesamtpräsentation aller Sektionen von "Post-Partum Dokument" in der Generali Foundation in Wien statt. Die von der Generali Foundation betriebene Wiederauflage des vergriffenen Buches "Post-Partum Dokument" machte eine erneute Beschäftigung mit diesem außergewöhnlichen Werk möglich. Als fotografische Ergänzung fangen "Primapara, Maniküre/Pediküre Serie" und "Badeserie" (1974) Blick- und Körperkontakt zwischen Mutter und Kleinkind ein und spiegeln so ihre komplexe wechselseitige Beziehung wider. Mary Kellys Thematisierung des Begehrens und Identität in Arbeiten wie "Interim" (1984-89) setzte neue Maßstäbe, wie Künstlerinnen über sich selbst und ihre Beziehung zu Anderen nachdenken. Kellys Arbeiten rücken die Hinterfragung des Persönlichen ins Zentrum und erweitern damit die Parameter der Konzeptualisierung, welche die eigene Sexualität, ökonomische Bedingung, Herkunft und Geschichte der Künstlerin inkludieren. (Hemma Schmutz)