Andrea Fraser

Biografie

Andrea Fraser, geboren 1965 in Billings, Montana/USA, studierte von 1982 bis 1983 an der School of Visual Arts, New York und 1986 an der New York University. Von 1984 bis 1986 besuchte sie das Independent Study Program des Whitney Museum of American Art. Sie lehrte an zahlreichen internationalen Institutionen und lebt in New York.

Erweiterte Biografie

Frasers künstlerische Ansätze werden der feministischen Performance-Tradition und Institutionskritik zugeordnet. In ihren Arbeiten analysiert sie die Funktionen von Kunst und Kunstbetrieb aus soziologischen, psychoanalytischen und feministischen Perspektiven. Kunstinstitutionen werden als Orte von verdeckten gesellschaftlichen Konflikten analysiert, die Fraser in ihrer Arbeit offen legt. 1986 trat sie erstmals in der Persona der Kunstvermittlerin Jane Castleton mit "Damaged Goods Gallery Talk Starts Here" als Beitrag zur Ausstellung "Damaged Goods" am New Museum of Contemporary Art in New York auf. In diesem und weiteren Museums-Tour-Performances untersuchte sie die Geschichte, Funktion und Praxis von Kunstinstitutionen sowie die Rolle der weiblichen Volontärin. Mit "May I Help You?" (1991), einer Zusammenarbeit mit Allan McCollum, tritt die Person Fraser in den Hintergrund, die von ihr zusammengestellten Aussagen werden von SchauspielerInnen präsentiert. In den folgenden Audioarbeiten im Rahmen der Whitney Biennial, New York und ihrem Beitrag zum österreichischen Pavillon auf der Biennale di Venezia 1993 thematisierte sie die Diskurse der KuratorInnen, Kommissäre sowie der BesucherInnen und zeigt so u. a. Konflikte um kulturelle Dominanz auf. Frasers Ansatz verlagerte sich zunehmend von der Live-Performance vor BesucherInnen zur Analyse der oft nicht sichtbaren Funktionen und Leistungen der Kunstinstitutionen. Sie konzentrierte sich insbesondere auf Betriebsabläufe von Institutionen in Bezug auf ihr Publikum und produzierte 1993 vier "Preliminary Prospectuses", in denen sie eine Reihe von Kunst-"Services" anbot. Die erste Anwendung erfuhr dieser Ansatz der Institutionsanalyse in ihrer Arbeit "Ein Projekt in zwei Phasen" (1994-95) an der Generali Foundation. Ab 2001 rückte Fraser sich wieder selbst als Darstellerin in einer Reihe von Performances und Videoinstallationen in den Mittelpunkt. (Monika Vykoukal)

Künstlerbücher

  • Andrea Fraser. Cash Flow. Nummer 9, September 1991. Hg. Papp, Ferenc; Papp-Maurovic, Johanna. Wien, 1991.
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