Gottfried Bechtold

Biografie

Gottfried Bechtold wurde 1947 in Bregenz, Österreich, geboren. Auf eine Steinmetzausbildung in Hallein folgten längere Aufenthalte in Großbritannien, den USA und Kanada, u.a. 1973 bis 1974 als "Visiting Artist" am Nova Scotia College of Art and Design in Halifax, Kanada. In dieser Zeit arbeitete Bechtold mit dem Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick an der Stanford University zusammen. 1999 erhielt er den internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg. 2009 wurde er mit dem Würdigungspreis für Video- und Medienkunst des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur ausgezeichnet. Nach Gastprofessuren im In- und Ausland (Cornell University, Ithaca/USA; Karl-Franzens-Universität, Graz) lebt und arbeitet er heute in Hörbranz, Vorarlberg, Österreich.

Erweiterte Biografie

Von der Bildhauerei ausgehend, begann Bechtold, beeinflusst durch Post-Minimal-, Land- und Concept-Art, in den späten 1960er Jahren mit unterschiedlichsten Medien wie Fotografie, Film und Video zu arbeiten, wobei deren Qualitäten als Kommunikationssysteme im Mittelpunkt seiner Analysen standen. Waren seine Filme u. a. noch von der Übersetzung des Zeichensystems Sprache in jenes des Films bestimmt, so beschäftigte er sich in seinen Videos zwischen 1970 und 1973 mit der Überprüfung einer bestimmten, durch das neue Medium Video vermittelten Realität. Den forschenden und experimentellen Charakter seiner Arbeiten, die oft Versuchsanordnungen glichen, behielt er auch bei seiner "Video-Installation" (1972) und der auf der Documenta 5 in Kassel, 1972, realisierten Arbeit "100 Tage Anwesenheit in Kassel" bei. Neben diesen stark konzeptuell geprägten Ansätzen beschäftigte sich Gottfried Bechtold immer wieder mit der Erweiterung des klassischen Skulpturbegriffs. Sein "Beton Porsche" (1971 und 2001), ein Abguss seines eigenen Automobils, scheint zwar durch alle traditionellen Determinanten wie Masse, Gewicht, Gravitation und Form bestimmt, unterscheidet sich aber durch die Wahl des ungewöhnlichen Materials wie des Sujets. In Installationen für den öffentlichen Raum, die er nach intensiver Beschäftigung mit ortsspezifischen Gegebenheiten entwickelte, traten dazu die Faktoren Zeit und Raum oder das immaterielle Medium Licht. Die "Interkontinentale Skulptur" (1986) für das Vienna International Center etwa besteht aus Monolithen aus fünf Kontinenten, die durch einen sich im Tagesablauf verändernden Laserstrahl verbunden sind. (Claudia Slanar)