Joelle Tuerlinckx

Biografie

Joëlle Tuerlinckx was born in Brussels in 1958, and is currently based there. She had her first major solo exhibition at Witte de With in Rotterdam in 1994. Her work has since been shown at the Renaissance Society Chicago, the Drawing Center New York, the Power Plant Contemporary Art Gallery, Toronto, the Haus der Kunst in Munich, and the WIELS in Brussels, among others. She participated in the documenta 11 in 2002.

Erweiterte Biografie

Joëlle Tuerlinckx untersucht auf kritische und poetische Weise u.a. die Institutionen der Kunst: Galerien, Museen, Ausstellungshäuser, und ihre Räume und Formen, wie Vitrinen, Labels, Rahmen, ihre kuratorischen und administrativen Strukturen, sowie alle ihre Materialen, von den Leihverträgen bis zu den Katalogen. Damit steht ihr Werk in der Nachfolge ihres bedeutenden Landsmanns Marcel Broodthaers. Die Künstlerin arbeitet mit Vorgefundenem, markiert Abmessungen von Wänden und Konstellationen von Objekten, verdoppelt Räume in Form von Modellen, setzt durch Beleuchtung künstliche neben natürliche Schattenwürfe, fügt Katalogen eine zusätzliche Seite bei, auf der nur das Wort „page“ (Seite), allerdings durchgestrichen, steht oder erwirkt die nächtliche Öffnung eines Museums. Der von ihr geprägte Begriff „Stretching“ steht für die Strategie Ausstellungssituationen gezielt zu manipulieren, Erwartungshaltungen zu irritieren und den bekannten (Handlungs-)Raum zu erweitern, um dadurch eine größtmögliche Sensibilisierung der Wahrnehmung bei den Betrachter_innen zu erreichen. Tuerlinckx schafft nicht Objekte, die im Ausstellungsraum gezeigt werden, sondern stellt Situationen her, die den Ort ihrer Handlung selbst ins Bewusstsein rücken. Viele Werke bewegen sich am Rande des Sichtbaren, befinden sich an der Schwelle zum Verschwinden, am Grat zwischen Objekt und Leere. Das Öffnen dieser Leere ist wesentlich, weil die Künstlerin damit Orte zu poetischen Stätten möglicher Verwirklichungen transformieren möchte. Ihre Messungen und Markierungen wirken wie Elemente eines unerklärbaren Zeichensystems, dessen eigene Bedeutungsproduktion ständig zu kollabieren scheint und zugleich etablierte Kategorisierungen erschüttert.

Künstlerbücher

  • Joelle Tuerlinckx. This Book Like a Book. Hg. Stedelijk Museum voor Actuele Kunst. Text von Tuerlinckx, Joelle. Genf, 1999.
    KM Tuerlinckx Joelle 01 -
  • Joelle Tuerlinckx. Autour de Film. Cinema. Text von Tuerlinckx, Joelle. Brüssel: Argos Éditions, 2000.
    KM Tuerlinckx Joelle 03 -
  • Joelle Tuerlinckx. Lexique Francais (V.O.) 1 [ENGL.]. Hg. WIELS. Brüssel, 2012.
    KM Tuerlinckx Joelle 06 -
  • Joelle Tuerlinckx. WOR (L)(D)(K) IN PROGRESS ?. Hg. Snauwaert, Dirk für WIELS, Brüssel. Texte von Lorz, Julienne; Trevor, Tom; Mayeur, Catherine. Köln: Buchhandlung Walther König, 2013.
    KM Tuerlinckx Joelle 07 -