k_b_l Brigitta Kuster, Pauline Boudry, Renate Lorenz

Biografie

Unter dem Namen k_b_l arbeiten Pauline Boudry, geboren 1972 in Lausanne, Brigitte Kuster, geboren 1970 in Berlin, und Renate Lorenz, geboren 1963 in Berlin, seit 1997 als Kollektiv zusammen. Die Künstlerinnen sind, gemeinsam wie alleine, in der Produktion queerer und feministischer Kunstprojekte und als Herausgeberinnen tätig, unter anderem von Reproduktionskonten Fälschen! Heterosexualität, Arbeit und Zuhause (1999) und von Sexuell Arbeiten. Eine queere Perspektive auf Arbeit und prekäres Leben (2007). Boudry und Lorenz arbeiten auch als Duo zusammen und waren bereits in zahlreichen internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten. Renate Lorenz, die Drama, Theater und Medien an der Universität Giessen und Medienkunst in Köln studierte, hatte Lehraufträge im Bereich Gendertheorie an verschiedenen Universitäten. Seit 2009 hat sie an der Akademie der bildenden Künste in Wien die Professur für Kunst und Forschung inne. Pauline Boudry, die ein Studium an der Kunstakademie in Genf absolvierte, spielt in der Band Rhythm King and her Friends und hat seit 2005 eine Gastprofessur an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee inne. Kuster, die Kunst in Luzern studierte, ist als Videomacherin und Autorin tätig und in verschiedenen politischen Initiativen wie Anbau neue Mitte, RESPECT oder Gesellschaft für Legalisierung aktiv.

Erweiterte Biografie

Als k_b_l widmen sich die Künstlerinnen einem langfristigen, transdisziplinären Forschungsprojekt, das unter Bezugnahme auf verschiedene historische und gegenwärtige Arbeitsrealitäten, das Ineinandergreifen von Arbeit und Sexualität zeigt. Das Projekt überspannt die Bereiche Kunst, Film, Theater, Musik und Theorie und besitzt eine eigene Website unter www.queeringwork.de. Aus queer-feministischer Perspektive wird die Entstehung von Subjektivität am Arbeitsplatz untersucht. Die Künstlerinnen analysieren, durch welche Macht- und Herrschaftsprozesse geschlechtliche und sexuelle Identitäten produziert werden. Mit dem von ihnen verwendeten Begriff „Sexuelle Arbeit“ adressieren k_b_l sowohl Verhaltensweisen, die Sexualität und Geschlecht entlang bestehender Normen einüben, wie auch Techniken der Umarbeitung gesellschaftlicher Zuweisungen und Verhältnisse. Ausgangspunkt der jüngsten Arbeiten von Boudry und Lorenz sind historische Fotografien und Filme, die sie hinsichtlich der Bedeutung von Sichtbarkeit sexueller und geschlechtlicher Positionen befragen. Darüber hinaus reflektieren sie das Verhältnis der Fotografie zur kolonialen Ökonomie des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hinsichtlich der Produktion von Bildern des Fremden, des Anderen. Auch diese Werke erforschen die Arbeit, die erforderlich ist, um anerkannte Repräsentationen von Sexualität und Geschlecht herzustellen und beschäftigen sich mit der Frage, wie Differenz lebbar ist.