© Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Foto: Werner Kaligofsky

Hans Hollein

Mobiles Büro, 1969

Architektur, Installation PVC-Folie, pneumatisch, elektrisches Gebläse (oder Staubsauger), Schreibmaschine (Hermes Baby), Telefon, Zeichenbrett, Bleistift, Radiergummi, Reißnägel, Bodenstück Kunststoffrasen 225 x ø 120 cm
Das "Mobile Büro", oder "Im Koffer zu transportierende Atelier" wie dieses auch genannt wird, wurde von Hans Hollein anlässlich von Filmaufnahmen für „Das österreichische Portrait“, gesendet am 7.12.1969 im ORF, realisiert. Mit Telefon und Zeichenbrett ausgestattet, saß der zu dieser Zeit bereits sehr bekannte Architekt in einem den menschlichen Dimensionen entsprechenden pneumatischen Raum auf einer grünen Wiese, flankiert von Flugzeugen und Kameramännern, und demonstrierte den aktuellen Arbeitsplatz im Zeitalter der Telekommunikation. Bereits 1965 hat Hollein in der „Minimalumwelt“, einem Beitrag, den er gemeinsam mit Walter Pichler und Ernst Graf für die Jugend-Biennale in Paris konzipiert hat, Fragestellungen der zeitgemäßen Architektur behandelt. Für die zur Verfügung stehenden 1 qm Ausstellungsfläche projektierte Hollein eine Telefonzelle, die über alle lebensnotwendigen Anschlüsse verfügt. Zur gleichen Zeit skizzierte er die „Aufblasbare Zimmereinrichtung“ (1965) und ein Jahr später den „Vorschlag für eine Erweiterung der Universität“ (1966): einen Fernsehapparat. „Alles ist Architektur“ lautete das 1966/67 von Hollein verfasste Manifest, in dem er u. a. schrieb: „Frühe Beispiele der Extension der Architektur durch Kommunikationsmedien sind Telefonzellen -- ein Gebäude minimaler Größe, doch eine globale Umwelt direkt einschließend.“ (Sabine Breitwieser)
GF0002111.00.0-2004
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