© Sammlung Generali Foundation - Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg, Repro: Michael Loebenstein/Claudia Slanar

Ernst Caramelle

Sketch-Tape, 1975

Video, schwarz-weiß, Ton, 25 min
”Die Videokamera wird wie ein Bleistift benutzt, um Skizzen noch nicht vorhandener Ideen zu visualisieren” – beschreibt Caramelle selbst sein Video, und weiter: ”Es entsteht eine Folge von kurzen Performances, ohne Vorbereitung, nur mit den im Aufnahmeraum vorgefundenen Dingen.” Das Video entstand 1975 am M.I.T. in Cambridge, Massachusetts, in Zusammenarbeit mit Juan Navarro Baldeweg und bricht mit der Darstellung von Identität visueller Information und akustischer Wahrnehmung. Die Inszenierung der Bildebene wird durch Mimik, Gestik und Aktion der agierenden Personen beherrscht, die durchgehend nicht mit der wahrnehmbaren Geräuschkulisse übereinstimmen. Sprachpantomime einer fiktiven Synchronisation wird durch eine Art Gebärdensprache konterkariert. Der Akt abstrakten Zeichnens auf einer Tafel wird vom Naturgeräusch eines Gewitterregens untermalt. Der Blick des Betrachters wird mit Sprache und Ton als unabhängigen Stilmitteln konfrontiert, die in der Tradition ”konkreter Poesie” selbstverständliche Präsenz erlangen und den Raum zwischen realer Aktion und akustischer Repräsentation als Differenz betonen. (Doris Leutgeb)
GF0002193.00.0-2000
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