Morgan Fisher

The Frame and Beyond

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Ausstellungsansicht: Morgan Fisher. The Frame and Beyond, 2012 © Generali Foundation. Foto: Iris Ranzinger

Eröffnung: 1. März 2012, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 2. März – 29. Juli 2012

Ausstellungsort: Generali Foundation, Wien 4, Wiedner Hauptstraße 15


Morgan Fisher (*1942 in Washington, DC, lebt und arbeitet in Los Angeles) studierte zunächst von 1960 bis 1964 Kunstgeschichte in Harvard, besuchte dann die Filmakademie in Los Angeles und wechselte schließlich zum Film. Er arbeitete danach mehrere Jahre in Hollywood, vor allem als Cutter, eine Erfahrung, die seine Experimentalfilme mitprägte. In den 1970er Jahren entstanden mehrere Film-Installationen, die dem Expanded Cinema zugeordnet werden können. Seit Mitte der 1990er Jahre wendet sich Fisher der monochromen Malerei und Installationen aus monochromer Malerei zu.


Fisher wurde in den frühen 1970er Jahren als Experimentalfilmer im Umfeld des Strukturalismus bekannt, dessen Hauptinteresse nicht dem darzustellenden Inhalt, sondern dem Medium selbst galt – der Funktionsweise seiner Apparaturen, seiner Bestandteile und den von der Filmindustrie auferlegten Zwängen wie Filmrolle, Format, Kader, Emulsion etc. Fishers selbstreferenzielle Reflexion des Mediums legt die unserer Wahrnehmung zugrunde liegenden Bedingungen in einer für ihn typischen, lakonisch sezierenden, betont nicht-kompositorischen Weise offen, die jeglichen Illusionismus von Erzählung aushebelt.

Für das gesamte Werk Morgan Fishers sind grundlegende Fragestellungen in der Geschichte und Ästhetik der Wahrnehmung sowie ihre Einschreibung in Genres und Technologien maßgeblich. Schon seit den 1970er Jahren registriert er das sukzessive Ver-schwinden gewisser Technologien wie des analogen Films oder der analogen Fotografie – ein Vorgang, der gerade heute intensiv diskutiert wird. Andererseits interessieren ihn die Beziehungen zwischen Farbe, Größe und Form des Bildes und dem architektonischen Umraum sowie dem Standpunkt der Betrachter_innen.

Jenseits und diesseits des Rahmens
Die Ausstellung der Generali Foundation versammelt Werke des Künstlers, die zwischen 1968 und 2011 entstanden sind und sowohl seine frühe und wegweisende Auseinandersetzung mit dem Medium Film als auch seine profunde Beschäftigung mit der Malerei deutlich machen. Minimal, Pop und die abstrakte Malerei der Moderne und Postmoderne sind Strömungen, denen Fishers Affinität gilt – bei gleichzeitiger Distanz dazu.

Morgan Fisher. The Frame and Beyond beleuchtet die Wendung vom Film zur Malerei in Fishers Werk. Gleichzeitig unterstreicht sie die Relevanz des experimentellen Films für eine Medienkritik, die bis heute andauert, sowie den Versuch, Malerei trotz immanenter Widerstände zu revitalisieren.

In seinen Filmen thematisiert Fisher Entstehung und Beschaffenheit des filmischen Bildes, das Verhältnis von Film, Raum und Zeit und die Beziehung von Film und Ton unter Verzicht auf eine narrative Verknüpfung der Bilder zu einer Erzählung. Trotz der nicht-linearen Struktur finden sich in Fishers Filmen autobiographische Züge, zum Beispiel in Standard Gauge, einem Film, den der Künstler im Format des Independentkinos (16mm) dreht, dabei aber Ausschussmaterial des Hollywoodkinos (35mm) verwendet und analysiert.
Die Generali Foundation zeigt vier seiner Filme, die bereits auf internationalen Filmfestivals zu sehen waren: Production Stills (1970), Picture and Sound Rushes (1973), Cue Rolls (1974) und den von Kritiker_innen gefeierten Standard Gauge (1984).

Der Ausdruck Rahmen („frame“) im Titel der Ausstellung verweist nicht nur auf den Kader des Films, sondern auch auf den Rahmen in der Malerei. Neben zahlreichen, von 1968 bis in die Gegenwart entstandenen Arbeiten auf Papier präsentiert die Ausstellung zwei zentrale Serien von Gemälden: die Italian Paintings (1999) und die New Pendant Pair Paintings / New Alien Pendant Pair Paintings (2011), bestehend aus zwölf monochromen Gemälden, die für die Ausstellung Translations im Museum Abteiberg (Mönchengladbach) entstanden sind, und die Fisher in Beziehung zu den konkreten architektonischen Räumen des Museums entwarf.

Beide Werkgruppen verdeutlichen die Beschäftigung Fishers mit der monochromen Malerei,  dem Rahmen, der Welt innerhalb und außerhalb dieses Rahmens, dem Verhältnis von Figur und Grund und der spezifischen Beziehung zwischen Betrachter_in und Werk.

Fishers filmisches Werk und seine postkonzeptuelle Malerei wurden u. a. im Whitney Museum of American Art, New York, der Tate Modern, London, im Neuen Aachener Kunstverein, im Portikus, Frankfurt am Main, und zuletzt im Museum Abteiberg, Mönchengladbach, gezeigt.

Publikation und Schriften Morgan Fishers
In der Reflexion zur Geschichte und den Techniken des Sehens praktiziert Morgan Fisher mitunter eine Form des Aneignens, Verwandelns, der Ironie und der Leichtigkeit. Diese Lesart von (Kunst-)Geschichte sowie autobiografische Züge sind charakteristisch für die lang erwarteten Schriften von Morgan Fisher, die nach dem Katalog zu den Ausstellungen in Wien und Mönchengladbach – wo der erste Teil der Ausstellung mit dem Fokus auf Skulptur und installativer Malerei zu sehen war – erscheinen. Fisher hat darin nicht nur jede seiner Arbeiten in einen Kosmos von Denkfiguren, autobiografischen Bezügen und historischen Referenzen gelehrsam verwoben, sondern auch über Carl Andre, Blinky Palermo u.v.a. Beiträge verfasst.

Kuratorinnen: Sabine Folie in Zusammenarbeit mit Ilse Lafer

Realisiert in Kooperation mit dem Museum Abteiberg, Mönchengladbach