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Newsletter Juli 2010

Hinter Vierten Wand
Fiktive Leben - Gelebte Fiktionen

Judy Radul, World Rehearsal Court, 2009. Ausstellungsansicht, Generali Foundation 2010. Foto: Markus Wörgötter
 

Eröffnung Hinter der Vierten Wand. Fiktive Leben – Gelebte Fiktionen

Wie vermitteln uns mediale Bilder den Eindruck von Wirklichkeit und Wahrheit? Wie inszenieren Medien „Realität" und welchen Stellenwert haben „gemachte" Bilder in unserer Lebenswelt? Und über welches Potenzial, über welche Strategien und Möglichkeiten verfügt die Kunst heute „Wirklichkeit" kritisch zu untersuchen? Diesen und anderen Fragen ist die von Ilse Lafer kuratierte Schau auf der Spur: Die Ausstellung Hinter der Vierten Wand. Fiktive Leben – Gelebte Fiktionen wurde am 1. Juni 2010 in der Generali Foundation eröffnet. Die KünstlerInnen der Ausstellung widmen sich der Frage und Schwierigkeit, im medialen Raum von heute einen Ort der kritischen Reflexion herzustellen. Unter den gezeigten Arbeiten von KünstlerInnen wie Omer Fast, Aernout Mik, Frédéric Moser & Philippe Schwinger, Wendelien van Oldenborgh und Judy Radul befinden sich auch Werke aus der Sammlung der Generali Foundation: Harun Farocki, Andrea Geyer und Allan Sekula sind vertreten. Die Schau läuft noch bis zum 15. August.

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Eröffnung Generali Foundation, 2010. Foto: Natascha Unkart

Performances Michael Fliri und Marcello Maloberti

Im Vorfeld der Ausstellung und anlässlich der Eröffnung lud die Generali Foundation zwei Künstler ein, Performances zu entwickeln. Am 20. Mai war Marcello Maloberti mit seiner performativen Inszenierung „Die Schmetterlinge essen die Bananen" zu Gast, am Tag der Eröffnung zeigte Michael Fliri seine Performance „Give Doubt the Benefit of the Doubt" – in welcher der Künstler als Protagonist seiner eigenen Performance auftrat.

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Marcello Maloberti, Die Schmetterlinge essen die Bananen. Performance, Generali Foundation, 2010. Foto: Natascha Unkart

BEGLEITPROGRAMM
Vortrag und Kuratorinnenführung

Am 2. Juli, 19 Uhr, wird der Kulturwissenschaftler Christian Schulte einen
Vortrag mit dem Titel „Hinter die Bilder greifen – Versuche über die Wiederherstellung des Abstands" halten, am 12. August, 19 Uhr findet eine Kuratorinnenführung mit Ilse Lafer, Kuratorin, und Katharina Menches, Projektassistentin statt.

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PUBLIKATIONEN

Die Publikation Hinter der Vierten Wand. Fiktive Leben – Gelebte Fiktionen, welche anlässlich der Ausstellung erschienen ist, umfasst Essays von Roland Barthes, Susanne Knaller, Ilse Lafer und Christian Schulte sowie Texte zu den einzelnen Werken der Ausstellung. Ein Bildteil mit Ausstellungsansichten und einer Dokumentation der beiden Performances sowie umfangreiche Bio- und Bibliografie der KünstlerInnen runden den Band ab. Die Publikation ist in unserem Shop erhältlich.Einen Überblick über sämtliche Publikationen der Generali Foundation erhalten Sie im Shop.

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bookshop © generali foundation

Edition Allan Sekula, Aerospace Folktales (Geschichten von der Luftfahrt)

In seinem wegweisenden Werk Aerospace Folktales von 1973 untersucht der Künstler und Fototheoretiker Allan Sekula „Geschichten" der Luftfahrtindustrie in Südkalifornien. Anhand von Schwarz-Weiß-Fotografien, mit seinen Eltern geführten und mitgeschnittene Interviews sowie eines von ihm verfassten Kommentars erfahren wir, wie sich der Verlust des Arbeitsplatzes des Vaters des Künstlers auf die gesamte Familie auswirkte.

Hg. Sabine Breitwieser für die Generali Foundation, 2005, Texte des Künstlers in deutscher und englischer Sprache mit beigelegter Audio-CD.

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Edition Allan Sekula

KUNSTVERMITTLUNG

Überblicksführungen

Überblicksführungen zur Ausstellung finden jeden Donnerstag um 18 Uhr statt, Eintritt ermäßigt (€ 3,00). Darüber hinaus können Interessierte am 22.07. um 19 Uhr an einer Sonderführung in englischer Sprache, die im Rahmen der internationalen Aidskonferenz stattfindet, teilnehmen. Um Anmeldung wird gebeten: barbara.mahlknecht@generali.at.
Information und tel. Anmeldung + 43 1 504 98 80-14

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Führung Generali Foundation, 2008.

 

SAMMLUNG
Leihgaben aus der Sammlung

Folgende Leihgaben aus der Sammlung sind aktuell (noch) bzw. demnächst in internationalen Institutionen zu sehen:

K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen/D
ANA TORFS – ALBUM/TRACKS A
Kooperation mit der Generali Foundation, 27. Februar bis 18. Juli 2010
Ana Torfs- The Intruder, 2004, Installation, Diaprojektion

Centre Pompidou Musée d’art Moderne, Paris/F
Les promesses du passé/The Promises of the PastGoran Trbuljak- Artiste 17. März bis 28. Juni 2010
Goran Trbuljkak
- Artiste Anonyme, 1972-1973
- Goran Trbuljkak 1973-74
- Anka Ptaszkowska Gallery, 1974
- Sir... your work..., 1971

Galerie im Taxispalais, Innsbruck/A
Eating the Universe
23. April bis 4. Juli 2010
Elke Krystufek
- Vomitting/Eating, 1992, Video

Museo Paco Imperial, Rio de Janeiro/Brasilien
Gordon Matta-Clark: Undoing Spaces (Retrospective)
Ausstellungstour, 3. Station: 7. Mai bis 25. Juli 2010
Gordon Matta-Clark
- Window Blow-Out, 1976, Fotografien

Museo d’arte Contemporanea Donna Regina (MADRE), Neapel/I
Franz West: Autotheater, Köln–Neapel–Graz
Ausstellungstour, 2. Station: 8. Mai bis 23. August 2010
Franz West
- Ohne Titel, 1989, Installation

Museum Tinguely, Basel/CH
Roboterträume
Aussellungstour 1. Station: 16. Oktober 2010 bis 9. Januar 2011
Walter Pichler
TV-Helm (Das tragbare Wohnzimmer), 1967

Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia, Madrid
Mixed Use, Manhattan: Photography and Related Practices 1970s to the present
10. Juni bis 27. September 2010
Gordon Matta-Clark
- Window Blow-Out, 1976

Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Remagen/D
Das Fundament der Kunst – Die Skulptur und ihr Sockel seit Auguste Rodin
Ausstellungstour, 3. Station: 24. Juni bis 24. Oktober 2010
Heimo Zobernig
- Ohne Titel, 2000, 8 Styroporkuben

Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig (MUMOK), Wien/A
Malerei: Prozess und Expansion
9. Juli bis 3. Oktober 2010
Heimo Zobernig
Ohne Titel, 1989, Skulptur

K20 K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen/D
Auswertung der Flugdaten – Kunst der 80er. Eine Düsseldorfer Perspektive
11. September 2010 bis 30. Januar 2011
Isa Genzken
- Hi-FI Serie, 1979, Fotografie
- Rosa Zimmer, 1987, Skulptur

Kunsthaus Graz/A
Franz West: Autotheater, Köln–Neapel–Graz
Franz West
- Genealogie des Ungreifbaren, 1997 Installation für 5 Passstücke
- Ohne Titel, 1989, Installation

Stichting Lokaal 01, Breda/NL
Festival Breda Photo
Harun Farocki
- I Thought I Was Seeing Convicts, 2000 (Doppelkanal-Videoinstallation)
16. September bis 24. Oktober 2010
Ausstellungstour, 3. Station: 24. September 2010 bis 9. Januar 2011

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NEUES VON KÜNSTLERINNNEN DER SAMMLUNG

70. Geburtstag von und Großes Goldenes Ehrenzeichen für VALIE EXPORT
Am 17. Mai feierte die österreichische Medien- und Performancekünstlerin, Filmemacherin und feministische Theoretikerin, VALIE EXPORT, ihren 70. Geburtstag. 1940 in Linz als Waltraud Lehner geboren, gab sie sich den Namen VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept und Logo. Sie war 1967 Mitgründerin der Austrian Filmmakers Cooperative und nahm an vielen internationalen Ausstellungen teil, u. a. an der Documenta 6, 1977, sowie der Biennale di Venezia 1978 und 1980 im Österreichischen Pavillon. VALIE EXPORT unterrichtete an zahlreichen Institutionen wie dem Art Institute in San Francisco, der University of Wisconsin, Milwaukee/USA, und der Hochschule der Künste, Berlin. Von 1995 bis 2005 lehrte sie als Professorin für Multimedia-Performance in Köln. 
1995 erhielt VALIE EXPORT den EA-Generali-Skulpturenpreis, im Jahr 2000 den Oskar Kokoschka-Preis sowie den Alfred-Kubin-Preis. 2003 wurde die Künstlerin mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Stadt Wien, 2005 mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst, 2009 mit dem Ehrendoktorat der Kunstuniversität Linz und am 2. Juni 2010 mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
In den „Expanded Cinema"-Arbeiten entwickelte EXPORT ihren performativen Ansatz in einer radikalen, aktionistischen Ausprägung. Meist selbst Akteurin, experimentierte sie mit den Grenzen von Film und Kino. In ihren Film-Aktionen bricht sie die passive Rezeption des Mediums. Die Generali Foundation versammelt als Schwerpunkt neben dem „TAPP- und TASTKINO" die Film- und Videoarbeiten von VALIE EXPORT und machte 1996 die frühen und restaurierungsbedürftigen Filminstallationen erstmalig in einer kompletten Filmwerkschau wieder öffentlich zugänglich.

VALIE EXPORT in der Sammlung der Generali Foundation

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VALIE EXPORT, Einkreisung, 1976. "Körperkonfiguration", "Fotografik", Fotografie. Sammlung Generali Foundation

Wilhelm-Loth-Preis 2010 an Harun Farocki

Der Kunstpreis der Stadt Darmstadt, der Wilhelm-Loth-Preis, geht 2010 an den Filmemacher Harun Farocki. Mit dem Preis sind neben dem Preisgeld eine Ausstellung auf der Mathildenhöhe Darmstadt und ein Katalog verbunden. Harun Farocki, geboren 1944 in Nový Jičín studierte Theaterwissenschaft, Soziologie und Publizistik an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin (DFFB), von 1974 bis 1984 war er Autor und Redakteur für die Zeitschrift „Filmkritik". Von 1993 bis 1999 lehrte er als Visiting Professor an der University of California, Berkeley. Seit 1996 ist Farocki international mit seinen Filmen und Videoinstallationen bei zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen in Museen und Galerien vertreten, 2007 nahm er mit seiner Videoinstallation „Deep Play" an der documenta 12 teil. Seit 2006 ist Farocki ordentlicher Professor an der Akademie für Bildende Künste Wien. Zu seinen zahlreichen Ehrungen und Preisen gehören der Deutsche Dokumentarfilmpreis (1969/1988/1990), der Adolf-Grimme-Preis (1994), der Peter-Weiss-Preis für sein Lebenswerk (2002) sowie der Spezialpreis der Jury des Internationalen Filmfestes Locarno (2007).
Während Farockis frühe Filme von den kulturrevolutionären Vorstellungen der politischen Linken geprägt sind, enthalten sich seine folgenden Autoren-, Essay- und Dokumentarfilme jeglicher Interpretation und fordern zu einer aktiven Rezeption heraus. In seinen Essayfilmen befragt Farocki Film als Bildmedium, in seinen Installationen beschäftigt er sich u. a. mit der Instrumentalisierung der Kamera als Überwachungs- und Kontrollapparat.

Harun Farocki in der Sammlung der Foundation
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Harun Farocki, Jean-Marie Straub und Danièle Huillet bei der Arbeit an einem Film nach Franz Kafkas Roman „Amerika“, 1983, Videostill. Sammlung Generali Foundation

Friedrich Kiesler-Preis für Architektur und Kunst an Heimo Zobernig

Am 18. Oktober 2010 wird dem Künstler Heimo Zobernig der Friedrich Kiesler-Preis für Architektur und Kunst verliehen. In der Begründung der internationalen Jury – Tony Fretton, Francesca von Habsburg, Moritz Küng, Frédéric Migayrou und Nasrine Seraji – werden das „beispiellosen Oeuvre und der Werdegang des Künstlers", sowie Zobernigs „künstlerische Agilität, etablierte Sichtweisen subtil zu untergraben und Unvorhergesehenes aufzudecken", gewürdigt. Der Preis ist mit 55.000 Euro dotiert. Aus gegebenem Anlass wird die Kiesler Stiftung Wien ausgewählte Arbeiten von Heimo Zobernig, im Rahmen einer Ausstellung präsentieren.
Heimo Zobernig wurde 1958 in Mauthen, Kärnten, Österreich geboren, und studierte von 1977 bis 1980 an der Akademie der bildenden Künste, von 1980 bis 1983 an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien. Nach Professuren in der Städelschule Frankfurt a. M. (1999), lehrt er seit 2000 an der Akademie der bildenden Künste, Wien. 1993 erhielt er den Otto Mauer Preis, 1997 den Preis für Bildende Kunst der Stadt Wien. 2009 wurde ihm das goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien verliehen.
Zobernig arbeitet an der Schnittstelle von Bildhauerei, Film, Minimal Art, Konzeptkunst, Design und Architektur. Der Künstler blickt auf eine Vielzahl internationaler Ausstellungen zurück, u. a. die Documenta 9 und X in Kassel sowie zuletzt die „mid-career-survey" 2002 am Museum Moderner Kunst, Wien, die auch an der Kunsthalle Basel und am K21 in Düsseldorf zu sehen war. Zuletzt war seine Installation „Black Cube, 2010" im Juni vor dem Eingang der Kunstmesse „Art 41" in Basel zu sehen. Für die Generali Foundation hat Heimo Zobernig eine Reihe von Projekten erarbeitet. In einer Ausstellung im ehemaligen Büro- und Ausstellungsraum 1991 konfrontierte er die BesucherInnen mit Skulpturen in Form von Stehtischen, jede Platte in einer anderen Farbe bemalt. Das grüne Netz an der Fassade des im Bau befindlichen neuen Ausstellungshauses bemalte er von Hand mit dem Logo der Generali Foundation. Die Sammlung verfügt über zahlreiche Werke des Künstlers.

Werke von Heimo Zobernig in der Sammlung

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Heimo Zobernig, Ohne Titel, 1994

 




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