Folklore

Eine Kontroverse mit Werken aus den Sammlungen

Kathi Hofer, Paris, 2016, Sammlung Museum der Moderne Salzburg – Erworben aus Mitteln der Galerienförderung des Bundes, Foto: Hannes Böck, Courtesy: Kathi Hofer und Gabriele Senn Galerie

Eröffnung der Ausstellung: 6. Oktober 2018, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 7. Oktober 2017 – 14. April 2018
Ausstellungsort: Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg

 

Als Provokation gegen die Prämissen von Fortschritt und Innovation, unter denen moderne und zeitgenössische Kunst in der Regel betrachtet werden, steht die achte Rotation der in Partnerschaft mit der Generali Foundation organisierten Sammlungsausstellungen unter dem Thema der Folklore. Mit Werken aus den eigenen Beständen sowie den Dauerleihgaben der Sammlung Generali Foundation und der Fotosammlung des Bundes werden unterschiedliche Facetten der Rolle und Aneignung von Folklore in der bildenden Kunst beleuchtet.

 

In einer von Globalisierung und Migration bestimmten Welt gewinnen Identität und Tradition neue Bedeutung. Mitte des 19. Jahrhunderts etablierte sich „Folklore" als Sammelbegriff für mündlich überlieferte Ausdrucksformen von Gemeinschaften wie Märchen, Lieder, Trachten und Handwerk. In der Wissenschaft wird Folklore daher auch als traditionelles Wissen oder Handeln untersucht, während es im Alltag oft für Volksmusik oder Kitsch steht.

 

Diese und andere kontroverse Aspekte von Folklore sind in der Ausstellung mit Werken aus Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart vertreten. Der Bogen reicht von illustrierten Märchen der Gebrüder Grimm über Heimatfotografie der 1930er-Jahre und die Reflexion von lokaler Identität in Werken der Generation der Nachkriegszeit bis zur Auseinandersetzung mit dem kolonialistischen Blick auf fremde Kulturen. Auch mögliche zeitgenössische Formen von Folklore werden zur Diskussion gestellt. Inwieweit können sich Überlieferungen und Traditionen verändern? Kann Kontinuität mit Wandelbarkeit einhergehen oder bleiben uns lediglich Folklorismus oder Fakelore, also verzerrte Darstellungen von Sitten und Gebräuchen? Und welche Identität hat die Folklore der Gegenwart und der Zukunft?

 

Werke von Anna Artaker / Lilla Khoor, Kader Attia, Peter Paul Atzwanger, Lothar Baumgarten, Norbert Brunner / Michael Schuster, Valie EXPORT, Harun Farocki, Heinz Frank, Dan Graham, Rodney Graham, Hans Walter Hannau, David Hockney, Kathi Hofer, Rainer Iglar, Kurt Kaindl, Joachim Koester, Rudolf Koppitz, Stefan Kruckenhauser, Michael Mauracher, Martha Rosler, Nedko Solakov, Ingeborg Strobl, Umbo, Erwin Wurm und andere.

 

Kuratorinnen: Sabine Breitwieser, Direktorin und Antonia Lotz, Kuratorin Sammlung Generali Foundation

 

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Kunst & Politik

 
 

Hans Haacke, Silberblick, 1990, Sammlung Generali Foundation – Dauerleihgabe am Museum der Moderne Salzburg © Generali Foundation © Bildrecht, Wien 2017

Eröffnung der Ausstellung: 17. November 2017, 19 Uhr
Ausstellungsdauer: 18. November 2017 – 8. April 2018
Ausstellungsort: Museum der Moderne Salzburg, Rupertinum, Generali Foundation Studienzentrum

 

Diese Ausstellung rückt Arbeiten aus den Beständen in den Mittelpunkt, in denen gesellschaftspolitische Kritik geübt wird und entsprechende Diskussionen vorangetrieben werden. Welchen Stellenwert das Sammeln von Druckgrafik sowie von anderen „flüchtigen" und relativ einfach zu vervielfältigenden und verteilbaren Medien – Flugblätter, Plakate, Postkarten, Sticker, Zeitschriften – hat, wird bei sozialkritischer Kunst besonders deutlich. „Engagierte" Künstler_innen schaffen ihre Werke weniger zur kontemplativen Betrachtung ästhetischer Werte, vielmehr wollen sie konkrete Botschaften verbreiten. Dabei reflektieren sie auch die Grenzen ihres Handlungsspielraumes sowie von Kunst und politischem Aktivismus generell.

 

Beginnend mit Arbeiten aus dem späten 19. Jahrhundert wird in der Ausstellung exemplarisch die künstlerische Bildproduktion im Umkreis der Arbeiterbewegung vorgestellt. Formen subversiver Bildmontage gewinnen an Bedeutung und wirken bis heute nach. Im 20. Jahrhundert werden die Kunst und ihre wohl ehrwürdigste Institution, das Museum, zum Thema künstlerischer Auseinandersetzung. Künstler_innen problematisieren die gesellschaftspolitische Rolle ihrer Arbeit im Zusammenhang mit dem sich entwickelnden Kunstmarkt. Fragen nach der politischen Dimension von Kunst – und dabei insbesondere die Frage, wie Künstler_innen selbst als politische Subjekte agieren können – ziehen sich als roter Faden durch die Ausstellung.

 

Kuratorin: Stefanie Grünangerl, Bibliothekarin Museum der Moderne Salzburg

 

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