For a Special Place:
Documents and Works from the Generali Foundation Collection

Begleitprogramm

Samstag, 24. Februar 2007, 17 bis 19 Uhr, Austrian Cultural Forum
Take the money and run? Kann politische und sozialkritische Kunst in einem zunehmend kommerzialisierten Umfeld bestehen?

Podiumsdiskussion

Begrüßung Christoph Thun-Hohenstein, Direktor ACF, New York
Einführung Sabine Breitwieser, Direktorin Generali Foundation, Wien
Alexander Alberro, Professor für Kunstgeschichte, University of Florida, Gainesville
Andrea Fraser, Künstlerin, Los Angeles
Mathias Poledna, Künstler, Los Angeles
Martha Rosler, Künstlerin, New York
Elisabeth Sussman, Kuratorin und Sondra-Gilman-Kuratorin für Fotografie, Whitney Museum of American Art, New York
Ann Temkin, Kuratorin, Department of Painting & Sculpture, The Museum of Modern Art, New York
Moderation Chris Dercon, Direktor Haus der Kunst, München
Organisiert Generali Foundation, Wien, in Kooperation mit dem ACF, New York

Europäische Institutionen sind im Begriff, das nordamerikanische System der im Privatbesitz befindlichen öffentlichen Kunstzentren und Museen zu übernehmen. Gleichzeitig hat der Einfluss privater Sammler, von Konzernen als Kunstsponsoren und des Kunstmarkts im Allgemeinen drastisch zugenommen.
 

Die Generali Foundation ist ein interessantes und bemerkenswertes Beispiel privatwirtschaft-lich finanzierter Kunstmuseen. „‚Die Foundation ist nicht Selbstzweck.‘ Die Foundation hat eine Funktion: Imagetransfer. Es ist nicht Kunst um der Kunst willen“. ist in einem der Interviews der Künstlerin Andrea Fraser nachzulesen. Diese wurden in ihrem "Bericht" über die Funktion der Kunst, oder besser gesagt, die Funktion der Generali Foundation als Kunstinstitution für den sie tragenden Konzern veröffentlicht. Die explizite Art, mit der der Sponsor immer wieder auf die Raison d’Être dieser Verbindung mit zeitgenössischer Kunst verweist, ist bemerkens-wert. Andererseits dürfte wohl keine zweite Institution für zeitgenössische Kunst zu finden sein, der es gelungen ist, ein dermaßen ambitioniertes wie einzigartiges Programm politischer und gesellschaftskritischer Kunst zu etablieren und dieses zwanzig Jahre lang aufrechtzu-erhalten. Das Programm ist eng an klassische Museumsaufgaben wie Forschung, Erhaltung, Restaurierung, Vermittlung, Veröffentlichung usw. gekoppelt. Somit an Aufgaben, die als Geschichts(neu)schreibung bezeichnet werden können.

Kritische KünstlerInnen haben stets und mit Erfolg versucht, Kunst jenseits deren Vermarktung und der allgemeinen Kommerzialisierung zu schaffen. Gleichzeitig ist es die Aufgabe der KuratorInnen und MuseumsdirektorInnen Strategien zu entwickeln, um adäquate Formen der Zusammenarbeit mit KünsterInnen und der (Re-)Präsentation von Kunstwerken zu erlangen. KünstlerInnen, KritikerInnen, KuratorInnen und MuseumsdirektorInnen sprechen über ihre Erfahrungen und erörtern das Thema gemeinsam.