For a Special Place:

Documents and Works from the Generali Foundation Collection

21. Februar bis 3. Mai 2007

Ausstellungsort: Austrian Cultural Forum, New York


Unter dem Titel "For a Special Place" präsentiert die Generali Foundation eine kleine, exklusive Auswahl ihrer umfangreichen Sammlung im Austrian Cultural Forum (ACF), New York.


Die 1988 gegründete Generali Foundation ist als Ort des kritischen Dialogs zwischen der Öffentlichkeit und Kunstwerken der Gegenwart nicht mehr wegzudenken. Das gleichsam ambitionierte wie prononcierte Ausstellungs- und Publikationsprogramm steht oftmals in Verbindung mit umfassenden Rechercheprojekten. Bis dato hat die Foundation über 80 Ausstellungen organisiert, 15 darunter im Ausland, und über 60 Publikationen herausgegeben.

Die Sammlung Generali Foundation, die seit beinahe 20 Jahren stetig erweitert wird, zählt zu den vordringlichen Zielen der Foundation und umfasst mittlerweile mehr als 2100 Werke von 170 internationalen KünstlerInnen. Installationen, Film, Fotografie und Video, somit Medien, die einen prozessorientierten Umgang zulassen, prägen diese einzigartige Sammlung. Zentrale Werke österreichischer KünstlerInnen aus den 1960er und 1970er Jahren, darunter Pioniere wie VALIE EXPORT, Hans Hollein, Walter Pichler, Gerhard Rühm und Peter Weibel bilden den Kern der Sammlung. Diese Werke, einige davon wurden anfangs als radikal angesehen, werden jenen internationaler KünstlerInnen gegenübergestellt, zu denen Dan Graham, Hans Haacke, Gordon Matta-Clark, Martha Rosler, Allan Sekula, aber auch KünstlerInnen der jüngeren Generation wie Maria Eichhorn, Andrea Fraser, Klub Zwei, Dorit Margreiter, Mathias Poledna und Florian Pumhösl zählen.

Im Gegensatz zu den meisten öffentlichen Sammlungen ist die der Generali Foundation sehr spezifisch angelegt. Schwerpunkte liegen auf konzeptuellen und performativen Aspekten der Kunst, auf dem Grenzbereich von Kunst, Architektur und Design sowie auf künstlerischen Positionen, welche die Rolle der (Massen-)Medien und gesellschaftliche und politische Parameter analysieren und kritisch hinterfragen. In den letzten Jahren wurde die Aufmerksamkeit verstärkt auf KünstlerInnen und Werke aus vormals sozialistischen Ländern gerichtet, die sich mit diesen Themen auseinandersetzen. Bedeutende Werkgruppen von KünstlerInnen wie Sanja Ivekovic, Július Koller, Jaroslaw Kozlowski, Edward Krasinski, Ewa Partum, Marjetica Potrc und Goran Trbuljak wurden in die Sammlung aufgenommen.

Der Titel "For a Special Place" ist eine Referenz an den außergewöhnlichen Ausstellungsort des Austrian Cultural Forum in New York. Gleichzeitig bezieht er sich sowohl auf den Raum als verbindendes Element für die ausgestellten Dokumente und Kunstwerke als auch auf den außergewöhnlichen Kontext der Generali Foundation im Allgemeinen. Der Bezug auf „Raum“ ist zum Teil auch in den künstlerischen Prozessen präsent, die sich mit den Möglichkeiten und Methoden künstlerischer Praxis auseinandersetzen. Einige dieser Arbeiten beinhalten eine gezielte und konkrete Kritik an aktuellen gesellschaftlichen Strukturen und gesellschaftspolitischen Gegebenheiten. Im Austrian Cultural Forum mit seinen stark limitierten Räumlichkeiten wird diese Ausstellung nicht als eine „Best Of“-Show der Sammlung Generali Foundation verstanden, vielmehr werden die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Werken dieser Sammlung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hervorgehoben.

Parallel zur Ausstellung im Austrian Cultural Forum werden aus der Sammlung Generali Foundation wichtige Werke von Gordon Matta-Clark in der gleichnamigen Ausstellung im Whitney Museum of American Art gezeigt. Im Austrian Cultural Forum sind "Untitled (Entwürfe für das Museum of Modern Art, New York)", zehn Zeichnungen, die Gordon Matta-Clark 1978 für eine damals geplante Erweiterung des MoMA entworfen hat, zu sehen.

Take the money and run? – Kann politische und gesellschaftskritische Kunst in einem zunehmend kommerzialisierten Umfeld bestehen?
Am 24. Februar erörtern namhafte VertreterInnen aus dem Kunst- und Kulturbereich in einer Podiumsdiskussion aktuelle kulturpolitische Entwicklungen, u.a. Generali Foundation-Direktorin Sabine Breitwieser, die KünstlerInnen Andrea Fraser, Mathias Poledna und Martha Rosler, die KuratorInnen Elisabeth Sussmann (Whitney Museum of American Art) und Ann Temkin (Museum of Modern Art), Kunsthistoriker Alexander Alberro sowie Chris Dercon (Direktor Haus der Kunst, München), der diese Veranstaltung moderieren wird.


Ausstellungskuratorin: Sabine Breitwieser
Assistenz-Kuratorin: Bettina Spörr
Ausstellungsproduktion: Iris Klein (New York), Bettina Spörr (Wien)

KünstlerInnen der Ausstellung:
Gottfried Bechtold, Ernst Caramelle, Maria Eichhorn, VALIE EXPORT, VALIE EXPORT/Peter Weibel, Harun Farocki, Andrea Fraser, Isa Genzken, Dan Graham/Robin Hurst, Hans Haacke, Hans Hollein, Werner Kaligofsky, Klub Zwei, Jaroslaw Kozlowski, Edward Krasinski/Eustachy Kossakowski, Dorit Margreiter/Mathias Poledna/Florian Pumhösl, Gordon Matta-Clark, Dóra Maurer, Gustav Metzger, Ewa Partum, Walter Pichler, Adrian Piper, Martha Rosler, Allan Sekula, Franz West und Heimo Zobernig.