Dan Graham

Video/Architecture/Performance

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Ausstellungsansicht: Dan Graham. Video/Architecture/Performance, 1995 © Generali Foundation. Foto: Werner Kaligofsky

Eröffnung: 4. Oktober 1995, 19 Uhr

5. Oktober bis 17. Dezember 1995

Ausstellungsort: Generali Foundation, Wien 4, Wiedner Hauptstraße 15

 

Dan Graham hat für die Generali Foundation ein größeres Werk konzipiert, das für diese Ausstellung realisiert worden ist. Diese Installation ist seither ein zentrales Werk in der Sammlung und in weiteren Ausstellungen wie der Documenta X gezeigt worden. "New Design for Showing Videos" baut auf einer früheren Arbeit ("Three Linked Cubes/Interior Design for Space Showing Videos") aus Mitte der 1980er Jahre auf, die sowohl für außen als auch für den Innenraum gedacht ist, und als funktionale Skulptur/Pavillon eine duale Identität hat.

 

Im Außenraum aufgestellt ist es ein offener, von der Sonne erleuchteter Pavillon; im Innenraum wird es zu einer Innenarchitektur für einen Videopräsentationsraum. Verschiedene Videomonitore und Lautsprecher sind so platziert, dass für ein in sechs Gruppen unterteiltes Publikum drei getrennte Programme gezeigt werden können. Die aufgrund der von den Glasscheiben reflektierten Videobilder wechselnden Lichteffekte beeinflussen die Spiegel-"Geisterbilder" der verschiedenen Mitglieder des Publikums in anderen Kojen, die auf den Trennwänden zu sehen sind. Das Werk ist sowohl funktionales Ausstellungsdesign als auch optisches Kunstwerk, das sowohl die Videobilder als auch die Reaktionen des Betrachters auf den Prozess des Ansehens des Videos im sozialen Raum der Video-Ausstellungssituation zeigt. (Zitat Dan Graham zu "Three Linked Cubes/Interior Design for Space Showing Videos")

Für "New Design for Showing Videos" (Neuer Entwurf für einen Videoraum) wurde gelochtes Aluminium verwendet (zwei Aluminiumplatten mit kleinen Löchern). Die kleinen Löcher beziehen sich auf die kleinen Pixel des Videobildes. Aus der Nähe betrachtet sind sie semi-transparent, und wenn der Betrachter seine Augen direkt auf eine Öffnung heftet, vollkommen transparent. Dies steht in Beziehung zur Transparenz sowie zur sich verändernden Semireflexion/Transparenz des Zweiwegspiegels. Eine Veränderung, die durch den Wechsel der projektierten Videobilder entsteht.


Die Bilder der Betrachter von sich selbst und von den anderen, wie sie die Videos und einander beobachten / sowie ihr eigener Blick und der der "anderen Betrachter", sind der Gehalt des intersubjektiven philosophischen Aspektes der Struktur. (Dan Graham, 1995)

"New Design for Showing Video" gehört zu einer Serie von offenen doppelten dreieckigen Pavillons. Erstmalig wurde vom Künstler gelochtes Aluminium neben Glas (transparentes Glas, Zweiwegspiegel) verwendet. Das Programm wird mit Videos von Dan Graham bestückt, die alternierend an geraden und ungeraden Tagen gezeigt werden.

 

Die Ausstellung ist die erste größere Präsentation von Dan Graham in Österreich mit Videoinstallationen, Arbeiten zu Architektur und Modellen zu Projekten im öffentlichen Raum.


In Europa erstmalig gezeigt wird "Opposing Mirror and Monitors on Time Delay" (1974). Aus der "Time-Delay" Serie wird außerdem "Yesterday/Today" (1975) installiert. Weiters ist die Videoinstallation "Two Viewing Rooms" (1975) zu sehen. Aus der Gruppe Architektur werden "Revolving Doors for Loie Fuller" (1987) und "Triangle with Circular Inserts" (1991) gezeigt.


Folgende Modelle sind in der Ausstellung: "Alteration to a Suburban House" (1978), "2-Way Mirror and Hedge Labyrinth" (1989), "Childrens Pavilions" (gemeinsam mit Jeff Wall, 1989), "Museum for Gordon Matta-Clark" (gemeinsam mit Marie Paul McDonald, 1984) sowie "Skateboard Pavilion" (1989) und "Star of David" (1989), die zwei Letztgenannten aus unserer eigenen Sammlung.


Von den Conceptual Works von Dan Graham ist eine Auswahl in dokumentierter Form zugänglich.

Am Eröffnungsabend führt Dan Graham "Performer/ Audience/Mirror" auf (erstmals 1977). In dieser Performance steht er als Performer einem Publikum gegenüber, hinter ihm befindet sich ein Spiegel, in dem beide reflektiert werden. In vier Stufen beschreibt Dan Graham jeweils fünf Minuten lang ununterbrochen, was er an Bewegungen und Haltungen beim Publikum oder sich selbst beobachtet und schließt daraus auf psychisches Befinden. Dabei ist er zunächst direkt zum Publikum und später zum Spiegel gewandt, das Publikum sieht jeweils das Beschriebene gespiegelt. Es entsteht eine vielfältige Interaktion zwischen Beschreibendem und Beobachtern, Beschriebenem und Verhalten der Beobachteten.

 

Dan Graham (1942 Urbana, USA, lebt und arbeitet in New York) hat als Leiter einer Galerie in New York zu Beginn der 1960er Jahre die ersten Ausstellungen der heute bedeutendsten Minimal Art-Künstler organisiert. Darüber hinaus ist er als Autor von Texten über Kunst, Architektur und Rock in Erscheinung getreten. Nach Schließung der Galerie hat er selbst begonnen als Künstler zu arbeiten.

 

Kuratorin: Sabine Breitwieser
Ausstellungskoordination: Ursula Graf

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